Solidarität Rimpar e.V.
Soli Rimpar

24.06.2017

Radtouristik: Pfalztour 2017

ALLGEMEIN: 2017-06-24 Pfalztour.jpg

 

Radsportwoche der Touristikgruppe der „Soli" Rimpar

vom 24. - 30.06.2017  in der Pfalz

 

Weil die Radsportwoche im traditionsreichen Weinort Kirrweiler 2005, also vor 12 Jahren, so guten Anklang gefunden hatte, fiel die Entscheidung leicht, heuer diese wunderschöne Region zwischen dem Naturpark Pfälzer Wald und der Rheinebene nochmals unter die Räder zu nehmen. Mit von der Partie waren neben Harald und Maria Schmid, Hans-Peter und Helga Werner, Hartwig und Traudl Heiß und Manfred Heemann als Wiederholungstäter sowie die Neulinge Adolf Wagenbrenner und Charly Münzel.

 

Als Zentralquartier bewährte sich das Wein- und Gästehaus Spieß wieder bestens, das inmitten des größten deutschen Weinbaugebiets an der Südlichen Weinstraße liegt. Das im Familienbetrieb geführte Weingut mit 12 ha Weinbergen bot uns wie damals die in der Weinhalle befindliche Weinstube als Aufenthaltsraum für den abendlichen „Absacker" an. Wir konnten uns in Selbstbedienung von den hervorragenden und preisgünstigen Weinprodukten überzeugen. Vom Frühstücksraum aus bot sich morgendlich ein herrlicher Panoramablick auf die Bergkette des Pfälzer Waldes.

 

Samstag, 24.06. Anreisetag

Alle neun Teilnehmer erreichten das Quartier ohne Zwischenfälle wohlbehalten im Laufe des frühen und späten Nachmittags. Nach einer kurzen Dorferkundung mit „Eis-Essen" beschlossen wir den Abend  im Biergarten des Restaurants „Zum Erwin". Es gab als besondere Empfehlung Haxe vom Grill. Vorstand  Harald Schmid war sowohl mit der Quantität als auch Qualität sehr zufrieden. Auch alle anderen gaben diesem Restaurant eine gute Note.

 

Sonntag, 25.06. Zweiter Tag

Punkt 10:00 Uhr trafen sich die acht Fahrer im roten „Soli"-Trikot zu einem ganz besonderen Startbild. Am Madonnen-Bildstock gegenüber unserer Unterkunft wurde 2005 ein Gruppenfoto gemacht. Ein Farbausdruck dieses Gruppenbildes diente als Vorlage für ein identisches Foto der damaligen sieben Teilnehmer. Es gelang einwandfrei. Maria Schmid, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren konnte, machte dann ein Gruppenbild zusätzlich mit den Neulingen Adolf und Charly.

Bei herrlichem Radwetter machte sich die komplette Radgruppe - fünf E-Biker und drei Rennradfahrer auf den Weg Richtung Süden. Wie sich doch die Zeiten ändern. Allerdings war Adolf nur kurze Zeit dabei, weil er nach seinen Knieoperationen sich erst wieder langsam wieder aufbauen wollte.  

In zügiger Fahrt ging es über Venningen und Offenbach, vorbei an Windkrafträdern und Störchen, bis Herxheim und Bellheim. Auf dem Feuerwehrfest in Bellheim wurde eine Rast eingelegt. Einheimische interessierten sich für unsere Herkunft, weil sie Zeuzleben auf unseren Radtrikots nicht kannten. Wir konnten das schnell klären. Über Zeiskam, wo uns intensiver Zwiebelgeruch in die Nase drang, führte der Heimweg durch Freimersheim nach Kirrweiler zurück. Nach  53 km in 2:50 Std. war die erste gemeinsame Etappe beendet.

ALLGEMEIN: 2017-06-24-Pfalztour 2.jpg

Montag, 26.06. Dritter Tag

Heute teilte sich die Gruppe auf: die Ehepaare Werner und Heiß fuhren in den Norden über Neustadt an der Weinstraße nach Bad Dürkheim.

Harald, Manfred und Charly wagten sich auf die Kalmit, die mit 673 m NN höchste Erhebung am Ostrand des Naturparks Pfälzer Wald. Auf dem „Kahlen Berg" (so die Übersetzung) befinden sich neben dem bewirtschafteten Kalmithaus noch ein Aussichtsturm mit Relaisfunkstelle, eine Wetterstation und eine Fernsicht-Messstation, die man sogar von unserem Frühstücksraum schemenhaft erkennen kann.

Schon um 10:00 Uhr machte sich das Trio auf den Weg, um der angekündigten Mittagshitze zu entgehen. Von Kirrweiler (143 m NN) führt die Strecke ab Maikammer permanent steigend in Serpentinen hinauf. Auf Hinweistafeln werden die Höhenmeter alle 100 m angezeigt, was durchaus motivierend sein kann. Die drei „Solisten" erklommen nach 9,3 km und 530 Höhenmetern bravourös den Gipfel. Lohn der Strapazen für die Gipfelstürmer war bei klarer Sicht ein sagenhafter Panoramaausblick nicht nur über den gesamten Pfälzerwald, sondern bis zu den Vogesen und den Höhenzügen des Hunsrück, Taunus, Odenwald und sogar Schwarzwald. Dass die Kalmit der „schönste Aussichtsberg der Pfalz" sein soll, konnten die drei Rimparer durchaus bestätigen. Nach rasanter Abfahrt, die in St. Martin endete, setzten sie ihre Tour über Hambach, Neustadt a. d. Weinstraße und Speyerhof  nach Duttweiler fort. Von da aus ging es nur noch wenige Kilometer durch die Weinberge bis Kirrweiler. 700 Höhenmeter und 51 km waren geschafft.

Das E-Bike-Quartett kam nach stolzen 53 km ebenfalls ins Ziel.

 

Dienstag, 27.06. Vierter Tag

An diesem Tag legten die meisten eine Pause ein, denn es war richtig schwül und gewittrig.

Manfred und Charly  aber wollten unbedingt auf das Hambacher Schloss. Und so trafen sie sich um 10:30 Uhr, um diesen Anstieg in Angriff zu nehmen. Das Hambacher Schloss  (früher auch Kästenburg bzw. Maxburg genannt) erhebt sich über dem Osthang des Pfälzerwaldes oberhalb der Ortschaft Hambach auf dem Schlossberg. Die Burganlage der Salier aus dem 11. Jahrhundert diente aufgrund seiner strategischen Lage  (379 m NN) seinerzeit als Schutz- und auch Raubritterburg. Am 27. Mai 1832 ging das Hambacher Schloss in die Geschichte ein. 30.000 Menschen zogen den Burgweg hinauf und demonstrierten für Versammlungs- und Meinungsfreiheit, Bürgerrechte, nationale Einheit und eine Neuordnung Europas. Auf dem Burgturm wurde die schwarz-rot-goldene Fahne gehisst. Seit dem gilt das Hambacher Schloss als Wiege und Symbol der deutschen Demokratie. Hintergrund und Auslöser dieser Massenbewegung war die Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung mit der Verwaltung durch das Königreich Bayern, das die Privilegien unter der vorherigen französischen Herrschaft bzw. Besatzung abschaffen wollte.

Von Kirrweiler aus fuhr das Duo nach Maikammer, dann rechts weg nach Diesenfeld und in Hambach immer der Ausschilderung zum Schlossberg nach. Die Straße lag durchwegs im Schatten der Bäume und war gut befahrbar, so dass die 236 Höhenmeter schnell bewältigt waren. Vom komplett renovierten Schloss aus bot sich den beiden „Solisten" ein toller Blick auf die Rheinebene und die  in der Ferne liegenden Gebirgszüge. Gerade als die beiden zur Abfahrt ansetzten, bog der Pkw von Harald mit Maria und Adolf als Beifahrer in den Burghof  ein.

Sie wollten sich das Schloss und die Dauerausstellung, die die Ereignisse 1832 und ihre Auswirkungen auf die politische Entwicklung dokumentiert, näher ansehen. Manfred und Charly machten sich nach der Abfahrt auf den Heimweg, der über Edenkoben und Venningen zum Weingut „Spieß" zurückführte.

Am Nachmittag packte es Harald doch noch auf das Rennrad zu steigen, und er fuhr im Alleingang nach Speyer und zurück. Auch Hartwig wurde am Nachmittag noch aktiv und er bezwang allein die Kalmit. Sein Ehrgeiz und Können aus früheren Zeiten ist noch nicht erloschen.

 

Mittwoch, 28.06. Fünfter Tag

Weil starker Regen und Gewitter zumindest für den Vormittag angesagt waren, nutzten Adolf, Manfred und Charly die Gelegenheit zum Besuch des Technikmuseums in Speyer mit dem Pkw. Fünf Stunden waren sie im  Museumsgelände unterwegs. Während der Autofahrt schüttete es und immer wieder regnete es, als sie sich im Museum befanden.

In diesem tollen Museum schlagen vor allem Männerherzen der Senioren höher. Mehr als 150 Oldtimer, die Münch Mammut Ausstellung und die Superbikes waren genauso faszinierend wie die größte Raumfahrtausstellung Europas mit einem BURAN Space Shuttle, einer Sojus Raumkapsel und einem originalen Mondstein. Der „Jumbo Jet" Boeing 747, ein U-Boot, ein Antonov-Großtransporter sowie weitere Flugobjekte - allesamt begehbar -  waren weitere Highlights der Ausstellung. Auch die Liebhaber der alten Dampflokomotiven  kommen hier auf ihre Kosten.

Als sich am Mittag das Wetter wesentlich besserte und es richtig warm wurde, setzte sich kurzentschlossen das Quartett Werner/Heiß auf ihre E-Bikes und fuhren in den Süden nach Landau, der drittgrößten Stadt der Pfalz, bekannt durch die Landesgartenschau 2015. Über Mörlheim und Essingen ging es nach Kirrweiler zurück. 42 km standen dann auf dem Tacho.

 

Donnerstag, 29.06. Sechster Tag

Zunächst hieß es nach dem Frühstück Abschied nehmen von Harald und Maria und auch Manfred, die die Pfalz aus privaten Gründen einen Tag früher verließen.

Charly startete um 10:00 Uhr zu einer 70 km langen Solo-Tour nach Speyer und nach Überquerung des Rheins weiter nach Hockenheim. Dort besuchte er einen Marathonläufer, der früher deutscher Meister war.

Auf der Rückfahrt wartete er auf dem Domplatz in Speyer auf das E-Bike-Quartett Werner/Heiß, das erst um 12:30 Uhr Richtung Speyer losfuhr. Wegen einer Reifenpanne von Helga verzögerte sich das Zusammentreffen ein wenig. Charly beobachtete in der Zwischenzeit die Vorbereitungen zum Requiem am 01.07. für den verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl.

Zwei Riesentrucks brachten die technischen Geräte für die europaweite Übertragung und den Aufbau einer Riesenleinwand für die Übertragung  vor der Kirche. Speyers berühmtestes Bauwerk, der Salier Kaiserdom von 1030 ist seit 1981 UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den bedeutendsten und größten romanischen Bauwerken des Landes. Mit seinen 2000 Jahren gehört Speyer zu den ältesten Städten Deutschlands.

Als das „Soli"-Quartett auf dem Domplatz einfuhr, wurden Erinnerungsfotos gemacht. In einem Café in der Maxstraße stärkte sich das Quintett mit Kaffee und Kuchen. Wegen drohenden Regenwolken ging es flott zurück über Dudenhofen, Hanhofen, Geinsheim und Duttweiler zur Unterkunft.

Doch 10 Kilometer vor dem Ziel erwischte eine Regenwolke die Gruppe doch noch. Das Quartett hatte dann 50 km zurückgelegt. Hartwig hatte jedoch schon am Vormittag das Hambacher Schloss allein bezwungen. Adolf machte an diesem Tag nur wieder eine kleine Tour, auf der Fortschritte durchaus erkennbar waren. Es war nicht leicht für ihn, mit unterschiedlicher Kurbellänge einen runden Tritt zu bekommen.

Wie am ersten Tag wurde das Restaurant „Zum Erwin" auch am letzten Tag für das gemeinsame Abendessen ausgewählt. Und wieder schmeckte das Essen allen vorzüglich.

 ALLGEMEIN: 2017-06-24 Pfalztour(3).jpg

Freitag, 30.06. Abreisetag

Die sechs übrig gebliebenen „Soli"-Radtouristiker verließen Kirrweiler nach dem Frühstück mit reichlich positiven Eindrücken im Gepäck in Richtung Heimat.

 

Fazit: Die sportliche Bilanz aller Tour-Teilnehmer lautete: 1400 km und nur eine Panne, aber alles ohne Sturz. Im Vergleich zu 2005 waren es genau die Hälfte der damaligen Gesamtkilometer(2800 km). Aber schließlich sind wir alle auch 12 Jahre älter geworden.

Diese vielfältige, abwechslungsreiche Landschaft mit ihrer typischen, deftigen Küche (die Pfalz ohne Saumagen wäre undenkbar), die liebenswerten Menschen und der gute Pfälzer Wein sind eine echte Werbung, dieser Region wieder einmal einen Besuch - mit oder ohne Rad - abzustatten.

 

Charly Münzel

BERICHT | AKTUELL | HOME | VORSTAND | TERMINE | BERICHT | SPONSOREN | JUGEND | GESCHICHTE | Impressum | Login
powered by IRe.CMS - © 2004 - 2017