Solidarität Rimpar e.V.
Soli Rimpar

20.05.2016

Radtouristik: 99. Giro d´Italia

Charly Münzel verfolgt als begeisterter Radsportfan beim

99. Giro d´Italia in Südtirol/Dolomiten hautnah drei Etappen

 

Großer Radsport der Weltelite bei Kaiserwetter vor grandioser Kulisse

Schon einmal und zwar im Mai 2013 war Charly Münzel als einziger der „Solidarität" Rimpar Augenzeuge einer Etappe beim 96. Giro d´Italia an der Adria bei Cesenatico. Damals war er vom Einzelzeitfahren auf der „Panoramica", der traumhaften Mittelmeer-Küstenstraße von Gabbice Mare nach Saltara so begeistert, dass er bei günstiger Gelegenheit wieder beim Giro dabei sein wollte. Und die kam, als der Streckenplan des Giro 2016 gleich drei attraktive Etappen in Südtirol auswies.

Sehr früh buchte er deshalb ein Quartier in Barbiano bei Klausen an der Brennerautobahn, die weiter in das nahegelegene Bozen führt. Im Vorjahr hatte er sich schon einmal in der Pension „Zur Traube" beim Heiner Rabanser einquartiert. Barbiano Dorf liegt über 830 m über NN hoch an einem Steilhang über dem Eisacktal und ist nur über mehrere Serpentinen erreichbar. Familiäre Wohlfühlatmosphäre, die ausgezeichnete Südtiroler Küche und der vielfältige Wellnessbereich mit Freibad, Hallenbad und Sauna machen den Aufenthalt dort allein schon zu einem Erlebnis.

Mehrere Tage schaute die Radsportwelt nach Südtirol, denn innerhalb von vier Tagen (20.05. bis 23.05.) führten drei Etappen durch diesewunderschöne Region in Norditalien. Die Schlagzeile der 14. Etappe am Samstag von Alpago nach Corvara hat Charly viermal mit den Anfangsbuchstaben K zusammengefasst:

Der Holländer Kruijswijk übernimmt nach der Königsetappe (Tappa Regina) bei Kaiserwetter vor grandioser Kulisse das Rosa Trikot. Auf der superschweren, 210 km langen Etappe mussten sechs Pässe, darunter auch die berühmte Sellaronda mit Pordoi-, Sella-, Grödnerjoch und Passo Campolongo bewältigt werden.

Die größte Schwierigkeit für Charly, in den Zielbereich in Corvara zu kommen, waren die weiträumigen Straßensperrungen. Der blanke Horror war die Pkw-Fahrt von Charly ab Wolkenstein. Tausende Hobbyradfahrer kamen ihm entweder vom Grödner Joch entgegen oder schlängelten sich undiszipliniert an ihm vorbei nach oben. Es entstanden riesige Staus. Dass er unfallfrei seinen Pkw in Colfosco, drei Kilometer von Corvara entfernt parken konnte, grenzt fast an ein Wunder.

Die Stimmung im vollbesetzen Zielbereich war großartig. Auf Großleinwänden konnte man den extrem spannenden Rennverlauf verfolgen. Der Kolumbianer Esteban Chaves gewann die Königsetappe zeitgleich vor dem Holländer Steven Kruijswijk. Der italienische Topfavorit Vincenzo Nibali belegte mit nur 37 Sekunden Rückstand den 5. Platz.

Am Sonntag folgte die 15. Etappe, das Einzelbergzeitfahren von Kastelruth auf die Seiser Alm nach Kompatsch. Es war landschaftlich bei Traumwetter wieder ein absoluter Leckerbissen und es herrschte an der gesamten 10,8 km langen Bergstrecke mit 784 Höhenmetern Volksfeststimmung. Im „contre la montre" (gegen die Uhr) ist jeder Fahrer auf sich allein gestellt. Die schwierige Bergstrecke weist eine durchschnittliche Steigung von 8,3% und eine maximale von 11% aus. Charly verfolgte dieses Rennen aus den verschiedensten Blickwinkeln. Von der Startrampe am Busbahnhof in Kastelruth bis hinauf zur Zielankunft auf der Seiser Alm war er während der mehrstündigen Etappe überall zu Fuß unterwegs und ganz nah am Renngeschehen dran. Am Ende hatte er über 20 km, davon die Hälfte bergauf, in den Beinen. Die Strapazen hatten sich aber allemal gelohnt. Das gesamte Schlern-Gebiet war an diesem langen Tag im „Giro"-Fieber. Um 13:30 Uhr startete der erste Fahrer und um 17:15 Uhr war der letzte Fahrer im Ziel.

Sieger dieser 15. Etappe war der Russe Alexander Foliforow in 28:39 min., was einen Schnitt von 22,62 km/h bedeutet. Der „fliegende Holländer" Steven Kruijswijk wurde mit nur 16/100 Rückstand Zweiter und behielt das Rosa Trikot. Wegen eines Defektes wurde Favorit Vincenzo Nibali mit 2:10 min. Rückstand nur 25. und in der Gesamtwertung vergrößerte sich sein Rückstand auf den Holländer auf fast 3 Minuten.

Nach dem wohlverdienten Ruhetag am Montag führte die 16. Etappe am Dienstag von Brixen durch das Eisacktal nach Bozen, von dort über den Mendelpass und den Nonsberg zur Bergankunft in Andalo. Nach 132 km fuhr der Spanier Alejandro Valverde als Sieger durchs Ziel. Der Holländer Steven Kruijswijk konnte das Rosa Trikot als Gesamtführender souverän verteidigen. Charly fuhr mit seinem Rennrad von Barbiano aus auf dem wunderschönen Eisacktal-Radweg bis Bozen, weil die parallel verlaufende Staatsstraße ja für die Profis gesperrt war. In der Landeshauptstadt Bozen postierte er sich auf der langgezogenen, breiten „Drusus Allee" und verfolgte die Sprint-Zwischenwertung.

Innerhalb von nur wenigen Sekunden war das gesamte Feld im „Affentempo" vorbeigerauscht. Und dafür investierte Charly 70 eigene Radkilometer, weil er ja  wieder zur Unterkunft zurück musste. Dabei war der Anstieg von Waidbruck (470 m ü. NN) nach Barbiano Dorf (830 m ü. NN) das schwierigste 4,2 km lange Teilstück.

Dass der Italiener Vincenzo Nibali doch noch seiner Favoritenrolle gerecht wurde, bewies er in der letzten, dramatischen „Giro"-Woche. Der schon als sicherer Sieger geglaubte Holländer Kruijswijk stürzte auf 19. Etappe bei der Abfahrt vom 2744 m hohen Colle dell´Agnello schwer, als er in eine Schneemauer fuhr und gab dadurch doch noch den Gesamtsieg aus der Hand.

Und bei der vorletzten Etappe entriss Nibali dem bis dahin gesamtführenden Kolumbianer Esteban Chaves in letzter Sekunde das Rosa Trikot und gewann nach 2013 mit nur 52 Sekunden Vorsprung zum zweiten Mal den Giro d´Italia. Übrigens gewann er den Grand Slam (alle drei großen Landesrundfahrten), denn 2014 war er „Tour de France"-Sieger und 2010 gewann er die „Vuelta a Espana".

Nachdem der Giro-Tross Südtirol verlassen hatte, kehrte wieder Ruhe in diese Region ein. Charly allerdings blieb noch einige Tage in dieser einmaligen Gebirgsgegend und nutzte die verbliebene Zeit zum Erholen, Wandern und natürlich auch noch für die eine oder andere schöne Radtour. Die tollen Eindrücke von diesen drei Giro-Live-Etappen allerdings wird er aber wohl nie vergessen.

Charly Münzel

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